Modalitäten in der Homöopathie

Modalitäten in der Homöopathie

Modalitäten in der Homöopathie richtig einsetzen.

Wozu benötige ich Modalitäten in der Homöopathie?

Modalitäten in der Homöopathie erfassen alle Veränderungen, die sich verschlimmernd oder bessernd auf die Beschwerden oder den Empfindungen auswirken. Die Modalitäten sind in der Homöopathie eine große Hilfe, um den Pool von homöopathischen Arzneimitteln in einer Behandlung zu differenzieren.

Mit Modalität ist also eine Verbesserung oder Verschlechterung einer Beschwerde durch bestimmte Faktoren gemeint, wie  z.B. Wetter (Kälte), Bewegung, Reiben (Massage), Licht, Gehen etc. Es werden selbstverständlich immer nur die Verschlechterungen/Verbesserungen repertorisiert, die für das einzelne Symptom benötigt werden.

Amelioration (engl.) bedeutet eine „Besserung“ der Beschwerden/Symptome.
Abkürzung amel. oder >, z.B.: Bewegung amel. – Besserung bei Bewegung.

Aggravation (engl.) bedeutet eine „Verschlimmerung oder Verschlechterung“.
Abkürzung agg. oder <, z.B.: Wetter, kaltes, agg. – Verschlechterung bei kaltem Wetter.

Die Modalität muss aber eine deutliche Verbesserung der Beschwerden/Symptome hervorrufen, ansonsten wird diese Modalität nicht mit in der Repertorisation aufgenommen.

z.B. hat Rhus toxicodendron (Rhus-t – Giftsumach) eine deutliche Verbesserung der Beschwerden, wenn Wärme an den Schmerz geleitet wird! (Fango/Wärmekissen)

Einige Modalitäten von Rhus-tox:

agg: kaltes feuchtes Wetter, durch Nass werden beim Schwitzen, in Ruhe.
amel: warmes trockenes Wetter, warm Einhüllen, Bewegung.
Ischias und Kreuzschmerzen nach Kälte und Durchnässung, Wärme verbessert den Zustand, schlimmer nach langem Sitzen, ständiger Bewegungsdrang, hier benötigen Sie die Heilkraft der Giftsumach (Rhus Toxicodendron).

Andere Arzneimittel:
Bei plötzlichem Eintritt der Erkrankung; ängstlicher Unruhe, labiler Kreislauf und trockene Hitze, wird der Blaue Sturmhut eingesetzt (lateinisch: Aconitum napellus)

Plötzlicher Beginn, Unruhe bis zur Aggression; Hitze und Blutandrang im Kopf, erfordert die Tollkirsche (Atropa belladonna).

Starker Tränenfluss, heftiges Niesen; die Nase läuft wie ein Wasserfall; scharfes Nasensekret macht die Nase wund; Allergie auf Blumen, benötigt die Küchenzwiebel (Allium cepa).

In der Homöopathie wird viel differenzierter gearbeitet, als in allen anderen Therapieansätzen der westlichen Medizin.

Sollte es also bei einem Hexenschuss (Lumbago) zu einer Besserung der Schmerzen kommen, wenn ein Coolpack an den Rücken gelegt wird, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Rhus-tox als Heilmittel in Frage kommt! Hier sollte also ein Mittel verschrieben werden, das eine amel – durch Kälte – Modalität besitzt.

Modalitäten in der Homöopathie:

Für eine Fallaufnahme sind also mindestens 3-5 Modalitäten notwendig, um ein Arzneimittel bestimmen zu können! Ein homöopathisches Mittel wird also nur ausgewählt, weil es zu den Modalitäten des Patienten passt und die Symptome in der Materia Medica erscheinen.

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