Lux-Therapie

Bönninghausen Methode

Die Bönninghausen Methode gilt als eine der Grundlagen der Klassischen Homöopathie. Entwickelt wurde sie von Clemens Maria Franz von Bönninghausen (1785 -1864), einem Schüler Samuel Hahnemanns und Wegbereiters der Homöopathie. Sie konzentriert sich darauf, das passende Arzneimittel mit seinen spezifischen Charakteristika anhand der Hauptbeschwerde des Patienten, der begleitenden Symptome, Modalitäten und Stimmungen auszuwählen.

Bönninghausen MethodeHeute wird die Bönninghausen Methode sowohl bei akuten Erkrankungen als auch bei chronischen Leiden angewandt. Sie eignet sich insbesondere bei Patienten, denen eine möglichst umfassende Beschreibung einzelner Symptome hinsichtlich Empfindung, Lokalisation wie auch auftretender Veränderungen möglich ist.

1. Bönninghausen Methode – Praktisches Vorgehen bei der Fallanalyse

Die Erstanamnese, in der die Krankengeschichte des Patienten möglichst vollständig erfasst wird, folgt die Fallanalyse. Die verschiedenen Symptome, die der Patient vorweist, werden mithilfe von fünf Kategorien klassifiziert und gewichtet:

  • Causa occasionalis
  • Hauptsymptom
  • Nebensymptome
  • Stimmungen
  • Polaritäten

Anhand der Schnittmengen der fünf Kategorien gelingt es, die zum Hauptsymptom passende Arznei auszuwählen.

2. Bönninghausen Methode – Causa

Als Causa occasionalis wird in der Homöopathie ein zufälliges und unwesentliches Ereignis bezeichnet, das als (Gelegenheits-)Auslöser der aktuellen Erkrankung gewertet wird. Die Abfolge „Auslöser – Erkrankung“ muss dabei in keinem pathophysiologisch überzeugenden Zusammenhang stehen. Lediglich ein zeitliches Zusammentreffen von Ereignis und Hauptsymptom ist erforderlich.

3. Bönninghausen Methode – Hauptsymptom

Das Hauptsymptom ist die vorrangige Beschwerde, die den Anlass der Konsultation ergab.

Der Besserung des Hauptsymptoms wird am meisten Gewicht zugesprochen, so dass es bevorzugt zur Auswahl der Arznei herangezogen wird. Durch die begleitenden Beschwerden, Modalitäten und Veränderungen des Gemütszustandes wird das gefundene Mittel bestätigt. Sie sind aber niemals ausschlaggebendes Argument für die Verordnung.

4. Bönninghausen Methode – Nebensymptome

Unter Nebensymptome fallen die Beschwerden, die vom Patienten als mit dem Hauptsymptom zeitlich zusammentreffend beschrieben werden.

Sie stehen jedoch in keinerlei Zusammenhang mit dem Hauptsymptom. Beschreibt ein Patient Nebensymptome, die bereits vor dem Auftreten des Hauptsymptoms bestanden, so werden diese nicht in die Repertorisation einbezogen.

5. Bönninghausen Methode – Polaritäten – Modalitäten

Modalitäten
In der Homöopathie erfassen Modalitäten sämtliche Umwelteinflüsse, die sich erkennbar verbessernd oder verschlechternd auf das Allgemeinbefinden des Patienten oder auf den Krankheitsprozess auswirken.

  • Zugrunde liegen den Modalitäten äußere und innere Einflüsse
  • physikalischer Art wie lage- oder temperaturbedingte Einflüsse,
  • physiologischer Art, die z.B. den Schlaf oder Stuhlgang betreffen,
  • zeitlicher Art durch die Tages- oder Jahreszeit,
  • psychische Umstände wie Ärger oder Trauer
  • oder auch komplexe Faktoren, beispielsweise das Klima, Wetter.

Je mehr Modalitäten in die Analyse einbezogen werden, desto genauer fällt das Ergebnis aus.

Polaritäten
Polarität bedeutet „Gegensätzlichkeit bei essenzieller Zusammengehörigkeit“.

In der Homöopathie wird das passende Arzneimittel nach dem Gesetz der Ähnlichkeit als „Similimum“, als den Symptomen ähnlichsten Mittel, ausgewählt.

Es kommt vor, dass sich ein Symptom in unterschiedlichen Bereichen des Leidens widerspricht. In diesem Fall darf es nicht berücksichtigt werden, weil sich die Polarität aufhebt.

So müssen Mittel mit Contra-Modalitäten ausgeschlossen werden, beispielsweise wenn die durchziehende Modalität „bei Kälte besser“ lautet, aber das Symptom „bei Wärme besser“ identifiziert wurde.

6. Bönninghausen Methode – Stimmung – Änderungen des Gemütszustandes

Sofern sie nicht das Hauptsymptom des Leidens begründen, stellen auftretende Gemütssymptome im Verlauf der Erkrankung das relevante Kriterium für die Wahl des passenden Arzneimittels dar.

Oftmals ist es jedoch schwierig, diese Veränderungen des psychischen Befindens von der normalen Wesensart des Patienten, seinem Charakter und ausgebildeten Eigenheiten, zu differenzieren.

Eine ausgezeichnete Hilfe der Bönninghausen Methode, finden Sie in diesen beiden Büchern.

Modalitäten in der HomöopathieBönninghausen Methode

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